Edelstahlerlaß


 

Bekanntmachung des lnnenministeriums über die Verwendung von Schornsteinbauelementen aus Edelstahl abweichend von der allgemeinen baurechtlichen ZulassungVom 24. Juni 1986 - Az. V 4062.17/37 -

Schornsteinbauarten mit Schornsteinbauelementen aus Edelstahl gelten als neue Bauarten, die nur verwendet werden dürfen, wenn ihre Brauchbarkeit nachgewiesen ist. Dieser Nachweis kann durch eine allgemeine baurechtliche Zulassung geführt werden; wenn eine Zulassung nicht vorliegt oder von der Zulassung abgewichen wird, bedarf die Verwendung im Einzelfall der Zustimmung der obersten Baurechtsbehörde (§21 Abs. 1 und 2 (jetzt §18) LBO).

Wegen der Brandsicherheit wird in solchen Zulassungen eine Ummantelung gefordert. Soweit die Schornsteinbauelemente aus Edelstahl ohne Ummantelung ausgeführt werden sollen, legt das Innenministerium auf Grund von §21 Abs. 2 letzter Satz LBO hiermit allgemein fest, dass eine Zustimmung im Einzelfall nicht erforderlich ist bei Verwendung

- in eingeschossigen Gebäuden,
- in zweigeschossigen Gebäuden, wenn der Schornstein mit Feuerstättenanschluss in einem über beide Geschosse reichenden Raum aufgestellt ist,
- in mehrgeschossigen Gebäuden, wenn der Schornstein im obersten Geschoß beginnt,
- außerhalb von Gebäuden an der Außenwand oder
- oberhalb der Dachhaut

wenn folgende Bedingungen vorliegen:

1. An den Schornstein dürfen nur Feuerstätten entsprechend der Zulassung angeschlossen werden. Über außen am Gebäude angeordnete Schornsteinbauelemente dürfen die Abgase von Grillfeuerstätten und Kalträucherschränken abgeführt werden, wenn geeignete Filter eingebaut sind und die Reinigung durch Ausbrennen nicht vorgesehen ist.

2. Hinsichtlich des Brandschutzes dürfen keine Bedenken bestehen. Zu Bauteilen aus oder mit brennbaren Baustoffen ist deshalb ein Abstand von mindestens 10 cm einzuhalten.

3. Es dürfen gefährliche Korrosionen nicht auftreten, insbesondere nicht Kontaktkorrosion infolge Elementbildung bei Verwendung verschiedener Metalle. Die Halterungen des Schornsteins müssen daher wie die Schornsteinbauelemente aus Edelstahl bestehen.

4. Die Schornsteine müssen standsicher gehalten sein. Der größte Abstand der Halterungen untereinander, der Mindestabstand zwischen den beiden letzten Halterungen und die größte Höhe, um die die Schornsteinmündung oberhalb der letzten Halterung liegen darf, richtet sich nach der Zulassung. Soweit diese keine Angaben enthält, ist die Standsicherheit nachzuweisen (vgl. Norm DIN 18160 Teil 1 Abschn. 11.4).
Wegen der Dauerhaftigkeit der die Standsicherheit bewirkenden Bauteile dürfen keine Bedenken bestehen. Für die Befestigung verwendete Dübel müssen zugelassen sein.

5. Die Lage und Größe der Reinigungsöffnungen sind im Einvernehmen mit dem zuständigen Schornsteinfegermeister festzulegen.

Der Abstand der obersten Reinigungsöffnung von der Schornsteinmündung darf höchstens 4,5 m betragen. Bei den jährlichen Kehrungen gegebenenfalls festgestellte Schäden, insbesondere an der Innenwandung der Schornsteinbauelemente sind zu verfolgen, um die Funktionstüchtigkeit des Schornsteins zu erhalten und etwaige Folgen für die Standsicherheit rechtzeitig erkennen zu können. Schäden sind dem Innenministerium zu berichten.

Haben Sie noch Fragen? Anruf oder kurze Mail genügt.
Ich berate Sie gerne neutral und unabhängig.


<<< zurück